Gruß- und Vorwort

CHRONIK DER SCHULE UND GEMEINDE ZILSHAUSEN

Durch Ministerial-Erlass vom 11. Dezember 1863 muss jede Schule eine Chronik haben, welche gleichzeitig auch Gemeindechronik sein soll. Sie soll Aufschluss geben über die Gründung des Ortes, der Schule und Kirche, über ältere, längst verstorbene Geistliche und Lehrer, Ein- und Auswanderungen, Kriegsereignisse, alte Denkmäler usw.
Da indes die Anlegung und Führung verschieden gehandhabt wurde, so wurde auf Verfügung der Königlichen Regierung hin, diese Angelegenheit Gegenstand einer Generalkonferenz der Lehrer der Kreisschulinspektion Cochem, um hierdurch eine einheitliche und zweckmäßige Führung der Chronik herbeizuführen.

Daraufhin wurde durch den Lehrer Schmitz im Winter des Jahres 1893/94 folgende Chronik angelegt

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Grußwort

„Friehne gie“, „an die Gemahn gie“ und „Simma“
Wer von den jüngeren Zelsern weiß heute noch, was diese und viele andere Ausdrücke, die früher zum täglichen Leben gehörten, bedeuten?
Jahres- und Tagesabläufe von früher unterscheiden sich stark von der heutigen Zeit. Im 2. Teil „wie et frea su woa“ erzählen ältere Zelser Mitbürger von ihrer Arbeit und besonderen Ereignissen, die die Dorfbewohner damals bewegt haben. Durch diese Geschichten werden nicht nur die alten Wörter, sondern auch die Interessen der Menschen und Dorfangelegenheiten wieder zum Leben erweckt.
Die Chronik ist nicht mehr nur eine Abschrift der alten Dorfchronik, sondern wirkt durch die eingefügten Bilder viel lebendiger.

Dass unsere Chronik als 2. Auflage in dieser Form erscheint, verdanken wir der Familie Böhmer. Über 2 Jahre lang sammelten sie Fotos, Informationen und Geschichten, die sie mit viel Arbeit und Einsatz zu dem zusammenfügten, was wir nun in den Händen halten.
Für die viele Zeit, die sie investierten, möchte ich mich im Namen der Ortsgemeinde recht herzlich bedanken.

Ich bin sicher, dass sich die Mühe gelohnt hat und hoffe, dass der Chronik viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Den Lesern wünsche ich viel Freude beim Lesen und Anschauen der alten Bilder.

Robert Etges
(Ortsbürgermeister)

Vorwort zur zweiten Auflage

Im Jahre 1863 wurden auch im Hunsrück die Lehrer durch eine Verfügung der Königlichen Regierung verpflichtet, für ihr Dorf eine Chronik anzulegen. Sie sollten künftig Jahr für Jahr wichtige Dorf-, Schul-, und Kirchenereignisse handschriftlich festhalten.
Eine solche Chronik existiert seit 1894 auch für Zilshausen. Wir lesen darin von eisigen Wintern und trocken heißen Sommern, von guten und schlechten Ernten, von Häuserbränden und Kirchenneubauten, von gemeinsamen Festen und Streitigkeiten zwischen den Leuten, von Lehrer- und Pastorenwechsel, von Friedenszeiten und Kriegsereignissen.
Aus dem Blickwinkel des jeweiligen Chronisten feiern wir „Kaisers Geburtstag“ mit, erfahren von den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs und der Inflation für das Dorf. Wir erleben den Aufstieg der Nationalsozialisten und das bittere Ende des „Tausendjährigen Reiches“, das mit Granathagel, Bomben und Feuerbränden über Zilshausen kam.
Schließlich hören wir, wie es nach dem Kriege weiterging, wie wieder aufgebaut wurde und was sich dann bis zum Ende der 80er Jahre im Dorf alles ereignete.
Um das alte, teils noch in Sütterlin-Schrift geschriebene und schon ein wenig brüchige Chronikbuch den Zelser Bürgern zugänglich und besser lesbar zu machen, haben wir es abgeschrieben, mit Zwischenüberschriften und einem Inhaltsverzeichnis versehen. 1992 erschien diese Abschrift in erster Auflage.
In der hier vorliegenden 2. Auflage wurden die Chronikberichte bis zum Jahresende 2000 ergänzt und in die Texte eine Reihe einschlägiger Photographien eingefügt.

Neu hinzugekommen ist ein 2. Teil „Wie et frea su woar en Zelse“. Es sind Berichte und Bilder und Erinnerungen der älteren Bürger aus einer Zeit, die inzwischen unwiederbringlich vergangen ist.

Wir wünschen den Lesern beim Blättern in dieser Chronik beim und Studieren der Berichte und Fotos aus vergangenen Tagen vergnügliche und auch besinnliche Stunden.

Zilshausen im Juli 2001
M. + M. Böhmer

Alter Stich von Nikolaus Person, Militärkartograph, von 1667

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Ausschnitt aus einer Karte für die Erzdiözese Trier 1667
(links unten: Sultzhausen u. Buderthausen = Zilshausen u. Petershausen)