DIE JAHRE 1981 – 1990

DAS JAHR 1982

Schließung der Poststelle in Zilshausen
Die Eingabe des Gemeinderates blieb ohne Gehör. Mit dem Erreichen des wohlverdienten Ruhestandes der Posthalterin Frau Hildegard Schug wird auch die Poststelle in Zilshausen im Februar geschlossen. Die Orte Lahr und Zilshausen (mit Petershäuserhof) werden jetzt von der Posthalterin in Korweiler, Frau Wagner, mitbetreut. Sie tätigt die Postgeschäfte bei Austragen der Post, wie z. B. Entgegennahme von Paketen und Einschreibebriefe und Ausgabe von Postwertzeichen.

Schadenfeuer bei Kemmer
Auszug aus der „Rhein-Zeitung“ vom Dienstag, 29. Juni 1982:
„Schaden in Höhe von über 200.000 DM richtete ein Brand im landwirtschaftlichen Anwesen Leo Kemmer in Zilshausen am späten Samstagabend an. Nach einem Blitzeinschlag fingen Stall, Scheune, Fruchtspeicher, Garage und Maschinenschuppen Feuer und brannten ganz herunter. Am Wohnhaus entstand Wasserschaden. Die sofort alarmierten Wehren aus Zilshausen, Lahr, Kastellaun und Treis-Karden hatten das Feuer schnell unter Kontrolle. Bei den Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrmänner leicht verletzt. Das Vieh floh größtenteils auf eine angrenzende Weide. Nach den bisherigen Informationen der Kripo Cochem verendete ein Stier in den Flammen“

Kücheneinrichtung in der Schule
Im Juli wird im Nebenraum des Schulsaales (er diente früher zum Aufbewahren der Schulbücher und Hefte) eine Küche eingerichtet. Der ehemalige Schulgarten, der in einem verwilderten Zustand den Ortseingang von Zilshausen nicht eben positiv prägte, wird auf Antrag an Herrn Leo Klein verpachtet. Als Entgeld wird ein Pachtzins von 10,- DM jährlich erhoben. Gleichzeitig verpflichtet sich der Pächter, den Gehweg und den Schulsaal unentgeltlich zu reinigen.

Neuer Bürgermeister
Arthur Mies stellt wegen zu großer Arbeitsbelastung in seinem landwirtschaftlichen Betrieb im Oktober das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung. Der Gemeinderat wählt einstimmig Werner Kochhan zum Nachfolger.

Schadenfeuer bei Mallmann
Am 7.11.1982 brennen die Scheune und die Stallungen des Landwirtes Bruno Mallmann bis auf die Grundmauern nieder. Als Nachbarn um neun Uhr abends das Feuer bemerken, schlagen die Flammen schon meterhoch aus dem Scheunentor. Bis auf drei Rinder, die in den Flammen verenden, kann das Vieh in Sicherheit gebracht werden. Dank dem schnellen Eingreifen der örtlichen Feuerwehr und der Nachbarwehren kann das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus Mallmann sowie auf den Neubau des Nachbarn Berthold Kipper verhindert werden.

DAS JAHR 1983

Instandsetzung der Friedhofsmauer
Die Einfriedungsmauer des Friedhofs in Petershausen wird im April durch den Bauunternehmer Reiner Hiester auf drei Seiten instandgesetzt (L 108, Parkplatz, Kneip). Hierbei wird wegen der Verkehrsgefährdung der Friedhofsbesucher der Haupteingang von der Hauptstraße zur Parkplatzseite verlegt.

Verpachtung des Gemeindelandes
Die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Gemeindeeigentum, die vor 1979 verpachtet wurden, darunter auch das „Bürgerland“, werden im August meistbietend neu verpachtet. Als Mindestpachtpreis werden von der Gemeinde 2,50 DM pro Ar festgelegt mit Ausnahme von einigen Randparzellen, die mit 2,- DM pro Ar angesetzt werden.

Diamanten Hochzeit
Am 13.10.1983 feiern die Eheleute Philipp und Magdalene Scheurer bei guter Gesundheit das Fest der diamantenen Hochzeit.

DAS JAHR 1984

Bußgeld für Bürgermeister
Wegen unerlaubten Betreibens einer Abfallbeseitigungsanlage wird Ortsbürgermeister Kochhan im April eine Geldbuße von 400,- DM auferlegt. Ferner setzt das Gericht fest, dass die „Müllkippe“ bis zum 30.10.84 von den Problemabfällen gesäubert und rekultiviert wird.

Gemeinderatswahl
Bei der am 17. Juni 1984 stattfindenden Gemeinderatswahl werden alle sieben Mandatsträger wiedergewählt. Für den auf eigenen Wunsch ausscheidenden Günter Hiester wird Karl-Josef Pulger in den Rat berufen.

Rechtsstreit um Festplatz
Der langjährig andauernde Rechtsstreit zwischen der Gemeinde und einem Anlieger des Festplatzes wegen Lärmbelästigung wird im Juli mit folgendem Vergleich beendet:
Auf dem Festplatz dürfen jährlich nur drei Veranstaltungen im Zelt und mit Musik durchgeführt werden. Außerdem kann während der Kirmes ein „Rummelplatz“ bleiben, allerdings ohne Autoscooter und Musik. Für den Fall der Zuwiderhandlung hat die Gemeinde eine Vertragsstrafe von 5000,- DM zu zahlen.

DAS JAHR 1985

Bau einer Schutzhütte

Unter tatkräftiger Mithilfe aller örtlichen Vereine: Sportverein, Thekenmannschaft, Club „Bauch weg“, Kirchenchor, Feuerwehr wird im Frühjahr „Auf der Had“ eine Schutzhütte gebaut. Das benötigte Material (Fertigbeton, Holzkonstruktion) wird von der Gemeinde bezahlt. Die Erstellung erfolgt in Eigenleistung, wobei bei der Fundamentierung sogar ein Keller angelegt wird. Zur Einweihung wird im Oktober ein Schutzhüttenfest gefeiert.

Bild vergößernDie Zelser Schutzhütte

DAS JAHR 1986

Ehrung für Stephan Birkenheier und Werner Kochhan
Im Rahmen einer öffentlichen Gemeindesitzung ehrt Ortsbürgermeister Kochhan den 1. Beigeordneten der Gemeinde Zilshausen, Herrn Stephan Birkenheier, für seine 25-jährige Angehörigkeit im Gemeinderat Zilshausen, darunter 13-jährige Bürgermeistertätigkeit. Er würdigte die Verdienste des Herrn Birkenheier um die Allgemeinheit und die stets treue Pflichterfüllung in seinem Ehrenamt. Als äußeren Dank und Anerkennung überreichte er seine Urkunde und eine riesigen Präsentkorb. Anschließend würdigte auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Herr Schnur, die Verdienste von Herrn Birkenheier und überreichte ihm eine Urkunde des Gemeinde- und Städtebunds Rheinland-Pfalz. Auch Herr Ortsbürgermeister Kochhan erhält eine Urkunde für seine 21-jährige Angehörigkeit im Ortsgemeinderat.

Gemeindewappen
Der Gemeinderat beschließt im Februar die Anschaffung eines Gemeindewappens in der Ortsgemeinde Zilshausen.

Beschreibung:
Ein silbernes Schildhaupt, darin ein durchgehendes rotes Kreuz belegt mit einer goldenen Lilie, gespalten in Grün, vorne ein silberner Grabhügel mit Urne, hinten eine goldene Ährengarbe.

Wappenbegründung:
Kurtrier führte das rote Kreuz im silbernen Feld; der Ort gehört seit 1830 zu Kurtrier.
Die goldene Lilie ist das Attribut der Mutter-Gottes. Sie ist die Schutz- und Kirchenpatronin des Ortes seit dem Bau der ersten Kapelle.
Der Grabhügel mit der Urne weist auf die frühe Besiedlung des Ortes und die im Distrikt „Linnif“ liegenden vor- und frühgeschichtlichen Grabhügel.

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Die goldene Ährengarbe erinnert an die Entstehung des Ortes als landwirtschaftlicher Gutshof. Bereits 1346 wurden die Bürger zur Zinslieferung (in Getreide) aufgefordert. Die Landwirtschaft hat neben den angesiedelten Betrieben auch heute noch Bedeutung für den Ort.

25-jähriges Priesterjubiläum
Am 25. Oktober 1986 feiert unser Seelsorger, Pater Franz Behrla, sein silbernes Priesterjubiläum.
Die Pfarrei Petershausen würdigt dieses Jubiläum am Sonntag, den 26.10. 1986 um 10.30 Uhr in einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche.
Die Gratulation namens der Pfarrgemeinde erfolgte durch den Vorsitzenden des
Von der 25-jährigen Priestertätigkeit, davon zehn Jahre in der Mission in Papua- Neuguinea, kann Pater Behrla schon auf ein über 9-jähriges seelsorgerisches Wirken in unserer Pfarrgemeinde zurückblicken.
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DAS JAHR 1987

Baubeginn Vereinsheim
Der Sportverein beginnt im Juli mit dem Bau eines Vereinsheimes am Sportplatz. Die Gesamtbaukosten für Dusch-, Toiletten-, Umkleide- und Aufenthaltsräume werden auf 142.000,- DM veranschlagt.
Die Toilettenanlage soll in Anbindung an den Festplatz allen Vereinen und Gruppen der Gemeinde Zilshausen zur Verfügung stehen.
Neben der finanziellen Hilfe durch die Gemeinde Zilshausen in Höhe von 50.000,- DM wird das Vorhaben durch Zuschüsse der Verbandsgemeinde Treis-Karden mit 15.000,- DM und des Kreises Cochem-Zell mit 25.000,- DM unterstützt. Den Restbetrag von 52.000,- DM soll der Sportverein in Form von Eigenkapital und vor allem Eigenleistungen erbringen.

Waldwegebau
Mit einem Volumen von rund 100.000,- DM werden Waldwege mit einer Schotterdecke ausgebaut.
Das Land Rheinland-Pfalz bezuschußt die Maßnahme mit 70 % der Kosten. Ausgebaut werden die Wege: „Ackerweg“, „Mühlenweg“, „Lützerbergweg“, Rundweg im „Lunhof“.

Veränderung im Gemeinderat
Das Ratsmitglied Alex Kipper ist zum 1.8.1987 aus dem Gemeinderat ausgeschieden, da er nach Bingen umgezogen ist. In der Gemeinderatssitzung am 16.9.1987 wurde er nach 13-jähriger Zugehörigkeit mit Dank für die geleistete Arbeit für das Gemeindewohl mit einem Weinpräsent verabschiedet.

Als neues Ratsmitglied wurde Robert Etges verpflichtet.

Volkszählung 1987
Bemerkenswerte Ergebnisse brachte die Auswertung der in diesem Jahr durchgeführten Volkszählung auch für unsere Gemeinde:

In 126 Haushalten leben 383 Einwohner.
Durchschnittlich leben 3 Personen in einem Haushalt.
Wie auch im Bundesdurchschnitt nehmen die 1-Personen-Haushalte deutlich zu (1970 waren es 11 – 1987 sind es 20), während die 4 und mehr Personen-Haushalte abnahmen (1970 waren es 58 – 1987 sind es 54 Haushalte).

DAS JAHR 1988

Einweihung des Vereinsheimes
Bereits nach nur einjähriger Bauzeit konnte im August das Vereinsheim am Sport- und Festplatz eingeweiht werden.

Bild vergößernDas neue Vereinsheim im Rohbau Dank der Mithilfe von ca. 60 Vereins- mitgliedern in über 2000 Arbeitsstunden konnte der Bau mit den bereitgestellten Mitteln fertiggestellt werden.
In Anwesenheit des Landesrates Schwan, des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Treis-Karden Schnur, des Ortsbürgermeisters Kochhan, des Vorsitzenden des Fußballkreises Hunsrück-Mosel Desch.

Unter großer Teilnahme der Bevölkerung nahm Pater Behrla die Einsegnung vor – und so konnte der 1. Vorsitzende des SV Zilshausen Berthold Wetzlar das Gebäude seiner Bestimmung übergeben.

Mit einem großen Fest- programm vom 19. – 22. August wurde die Einweihung des Vereinsheimes gebührend gefeiert. Bild vergößernDas neue Vereinsheim in vollem Glanz

DAS JAHR 1989

Verkauf der Viehwaage
Am 13.4.1989 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Viehwaage am Backes abzumelden und zu verkaufen.
Begründung:
„Das Vieh, welches früher lebend verkauft wurde, wird jetzt bei den Schlächtereien nach dem Schlachtgewicht abgerechnet, so dass es beim Verkauf nicht mehr lebend gewogen zu werden braucht.“ Der Verkaufserlös betrug 450,- DM.

40 Jahre Kirchenchor „Cäcilia“

Mit einem Chorfest vom 2. – 4. Juni begeht der Kirchenchor sein 40-jähriges Jubiläum. Das Fest beginnt freitags mit einem Disco-Abend für das meist jugendliche Publikum. Am Samstagabend findet dann nach der Begrüßung durch die Vorsitzende, Frau Carola Michels, ein Freundschaftssingen mit zehn Gastchören statt.

Nach dem Festgottesdienst im Festzelt am Sonntagmorgen nimmt Pater Behrla im Auftrag von Bischof Hermann-Josef Spital aus Trier die Ehrung langjähriger Mitglieder vor.

Bild vergößernDer Kirchenchor
Geehrt werden:
Mies, Max für 60 Jahre Mitgliedschaft
Schug, Hildegard für 50 Jahre Mitgliedschaft
Michels, Carola für 50 Jahre Mitgliedschaft
Morsch, Rosa für 40 Jahre Mitgliedschaft
Kiesgen, Maria für 40 Jahre Mitgliedschaft
Wendling, Reinhold für 40 Jahre Mitgliedschaft
Etges, Albert für 30 Jahre Mitgliedschaft
Mies, Arthur für 30 Jahre Mitgliedschaft
Kochhan, Werner für 30 Jahre Mitgliedschaft
Etges, Robert für 20 Jahre Mitgliedschaft
Weber, Hermann für 20 Jahre Mitgliedschaft
Wendling, Anni für 20 Jahre Mitgliedschaft
Etges, Roswitha für 10 Jahre Mitgliedschaft
Morsch, Elvira für 10 Jahre Mitgliedschaft

Etwas Sorgen macht dem Vorsitzenden sowie dem Chorleiter Robert Etges, der fehlende Nachwuchs. Unter den zur Zeit 27 aktiven Sängerinnen und Sängern sind nur wenige junge Menschen. Um das kulturell wichtige Liedgut der Kirche über die Zeit zu retten, werden dringend weitere aktive Mitglieder gesucht. Das diesjährige Chorfest trägt sicher dazu bei, den Chorgesang auch zukünftig aufrecht zu erhalten, denn der Kirchenchor ist auch bei Freundschaftssingen, Goldenen Hochzeiten und anderen Jubiläen vertreten. Nach dem Mittagessen und einem geselligen Nachmittag mit Liedvorträgen, einer Aufführung des Kindergartens spielen „Clem & Tom“ zum Tanz auf. Montags klingt das Chorfest bei Kaffee und Kuchen aus.

Gemeinderatswahl
Stephan Birkenheier, der seit 29 Jahren im Gemeinderat, davon langjähriger Ortsbürgermeister und 1. Beigeordneter, teilte den Bürgern in einem Schreiben vor der Wahl mit, dass er nicht mehr wiedergewählt werden möchte. Die bisherigen sechs weiteren Ratsmitglieder wurden im Juni wiedergewählt. Das Ratsmitglied Pulger (61 Stimmen) nahm sein Mandat jedoch nicht an, so dass Karl-Josef Liesenfeld nachrückte.
Die neu gewählten Ratsmitglieder sind:

Kochhan, Werner 141 Stimmen
Mies, Arthur 122 Stimmen
Hiester, Reiner 96 Stimmen
Etges, Robert 89 Stimmen
Birkenheier, Werner 86 Stimmen
Wendling, Reinhold 59 Stimmen
Liesenfeld, Karl-Josef 56 Stimmen

Wahl des Ortsbürgermeisters
Der bisherige Ortsbürgermeister Werner Kochhan wurde mit sechs Ja-Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Übersicht über die Ortsbürgermeister seit dem 2. Weltkrieg

Kriegsende bis Herbst 1946 Schweitzer, Peter
Herbst 1946 bis Herbst 1947 Kipper, Otto
Herbst 1947 bis Sommer 1948 Morsch, Hubert
04.12.1948 bis 28.11.1960 Scheuer, Bernhard
29.11.1960 bis 11.11.1964 Kävenheim, Peter
12.11.1964 bis 24.01.1967 Scheurer, Josef
25.01.1967 bis 14.08.1979 Birkenheier, Stephan
15.08.1979 bis 14.10.1982 Mies, Arthur
15.10.1982 bis 31.12.1998 Kochhan, Werner
seit 01.01.1999 Etges, Robert

Die drei langjährigen Bürgermeister

Bild vergößernScheuer, Bernhard
(12 Jahre)
Bild vergößernBirkenheier, Stephan
(12 Jahre)
Bild vergößernKochhan, Werner
(16 Jahre)

Renovierung Gemeinde- und Backhaus

In neuem Glanz erstrahlt jetzt unser ehemaliges Backhaus. Neben dem neuen Anstrich wurden die Türen und Fenster erneuert. Über dem Eingang zum ehemaligen Backhaus wurde das Wappen von Zilshausen in einer Größe von 5 m Länge und 1 m Breite gut sichtbar aufgemalt. Das ehemalige Backhaus wird auch heute noch rege genutzt. Neben dem noch vorhandenen Kühlraum ist dort auch die Feuerwehr untergebracht. Im ersten Stock befindet sich seit 1980 ein Jugendraum. Für die nächsten Jahre ist geplant, den Platz am Eingang zur ehemaligen Viehwaage neu zu gestalten, um das Ortsbild weiter zu verschönern Bild vergößernDas renovierte Backhaus

DAS JAHR 1990

Sturmkatastrophe im Wald
Nachdem schon im Dezember 1989 sowie Anfang des Jahres 1990 erheblicher Windwurf zu beklagen war und soviel Holz aufgearbeitet werden musste, wie laut Fällungsplan für das ganze Jahr 1990 vorgesehen, war der stärkste Sturm in der Nacht vom 28. Februar zum 1. März. Allein in dieser Nacht soll sich der Windwurf insgesamt nochmals verdoppelt haben.
Die Forstverwaltungen sprechen von der größten Katastrophe seit mehr als 200 Jahren. In der ganzen Bundesrepublik sind ca. 50.000.000 Festmeter dem Orkan zum Opfer gefallen. In unserer Gemeinde sind es über 5.200 Festmeter (Rheinland-Pfalz 5 – 6 Millionen). Die Bundeswehr sowie viele ausländische Waldarbeiter (insbesondere aus Österreich, Polen sowie den skandinavischen Ländern) werden in den Revieren eingesetzt.
Unser Revierförster Wirz hat zeitweise bis zu 30 Arbeitskräfte im Einsatz, um das Holz möglichst schnell aufzuarbeiten, damit es nach Möglichkeit schnell verkauft werden kann oder zumindest lagerfähig bleibt.
Da das angefallene Holz nicht alles verkaufbar war, wurden in den Bachtälern Nasslagerplätze eingerichtet, auf denen das Holz ständig mit Wasser berieselt wird, um den rasch eintretenden
Preisverfall etwas zu mildern. So ist das Holz einige Jahre haltbar und vor Schädlingen geschützt. kommt ab dem 14. Februar eine noch größere Sturmkatastrophe über unsere Wälder.

Altbürgermeister Scheuer verstorben

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb Bernhard Scheuer. Er war nach dem Krieg lange Zeit Ortsbürgermeister von Zilshausen und erwarb sich durch seinen Einsatz für die Gemeinde sehr große Verdienste. Bild vergößern

Bornhofen-Wallfahrt
Alte Tradition lebt wieder auf:
Am 2. Juli findet alljährlich unsere Wallfahrt nach Bornhofen statt. Erstmals nach 16- jähriger Unterbrechung haben 15 Personen die Wallfahrt zu Fuß bis nach Bornhofen gewagt. Morgens um 3.30 Uhr geht der Abmarsch an der Kapelle los. Mit Kreuz, Fahne und ständigem Gebet und Gesang will die Fußgruppe an der um 10 Uhr in der Wallfahrtskirche für unsere Gemeinde stattfindenden Messe teilnehmen. Diese Wallfahrt soll der Überlieferung nach eine von der Gemeinde versprochene Wallfahrt sein, als eine große Viehseuche unser Dorf heimsuchte.
Ursprünglich wurde die Fußwanderung an zwei Tagen auf Hin- und Rückweg durchgeführt. Bis in den 30er Jahren ging man bis nach Bad Salzig und setzte dort mit dem Schiff nach Bornhofen über. Auch nach dem 2. Weltkrieg wurde in Bornhofen übernachtet. Man pilgerte
nur noch bis Leiningen, fuhr mit der Bahn nach Boppard, setzte dort mit der Fähre über den Rhein und ging das letzte Stück bis zum Wallfahrtsort wieder zu Fuß. Zu dieser Zeit wurde auch noch die gesamte Marschverpflegung für zwei Tage mitgenommen, so dass die Wallfahrt ein schweres Opfer darstellte. Es war Sitte, dass aus jedem Haus wenigstens ein Einwohner mitging.
Da der Verkehr auf den Straßen immer stärker wurde, hatte man 1983 abgestimmt und mehrheitlich entschieden, die Wallfahrt auf einen Tag zu verkürzen und mit Bussen bis nach Bornhofen zu fahren. Die Abfahrt war um 8 Uhr am Backes, nachdem vorher in der Kapelle ein kleines Gebet gesprochen wurde. Vom Busparkplatz in Bornhofen aus zog man dann in einer Prozession betend und singend in die Wallfahrtskirche ein. Nach der Pilgermesse, Mittagessen und Andacht ging es gegen 17 Uhr wieder nach Hause.
Die in diesem Jahr wieder aufgenommene Fußwanderung führt über die Schmausemühle, Gondershausen, Ehrbachtal, Buchholz nach Boppard. Dort wird mit der Fähre der Rhein überquert. Der Bus mit der übrigen Pilgerschar wartet auf der anderen Rheinseite, um die Fußpilger die letzten Kilometer noch mitzunehmen, damit alle rechtzeitig zur Pilgermesse um 10 Uhr in Bornhofen sind. Zurück fahren dann alle mit dem Bus.

Schachtalent Jens Kipper
Mit großem Erfolg spielt der erst 14-jährige Jens Kipper aus Zilshausen bei der Schachgemeinschaft Lahr/Mörsdorf bereits in der Seniorenmannschaft mit. Krönung seiner bisherigen Erfolge ist die Erringung der Rheinlandmeisterschaft der D-Jugendlichen im Februar des Jahres. Im Mai wird er darüber hinaus Landessieger der Schachjugend, und im Sommer nimmt er mit Erfolg an den Deutschen Meisterschaften teil.

Veränderung im Gemeinderat
Herr Reinhold Wendling hat sein Mandat zum 1.5.1990 niedergelegt. Am 25.5.90 wird als Nachfolger Herr Berthold Kipper als neues Ratsmitglied verpflichtet. Am 17.8.90 wird Reinhold Wendling in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung durch Ortsbürgermeister Kochhan verabschiedet. Dieser dankt Wendling für seine 11-jährige Mitarbeit im Gemeinderat mit einem Weinpräsent und dem Wappenteller der Ortsgemeinde.

Tag der „Deutschen Einheit“
Nach der Wiedervereinigung mit der ehemaligen DDR wird der 3. Oktober als Ersatz für den 17. Juni zum „Tag der Deutschen Einheit“ durch die Bundesregierung ernannt. An diesem Tag wird in Zilshausen am Sportplatz ein Dorffest für die Gemeinde Lahr und Zilshausen veranstaltet. Neben Fußballspielen, Geschicklichkeitsspielen für Kinder, wird im Vereinsheim bei Eintopf, Wurst und Bier der neue Nationalfeiertag begangen.

Straße „Höhenweg“ fertiggestellt
Nach erheblicher Bauverzögerung kann der Ausbau und die Erschließung des Höhenweges im Oktober fertiggestellt werden. Der Gemeinderat hatte im Herbst 1988 der niedrigstfordernden Firma Josef Schmitt, Ulmen, den Zuschlag für den Straßenausbau mit einseitigem Bürgersteig erteilt. Im Frühjahr 1989 wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Leider gab es im oberen Bereich große Schwierigkeiten, wo als letzte Konsequenz ein Enteignungsverfahren durchgeführt werden musste. Es ging in diesem Verfahren um ganze 81 qm für die erforderliche Verbreiterung der Straße, welche Anlieger nicht freiwillig an die Gemeinde verkaufen wollten. Es gab deshalb eine Bauverzögerung von rund einem Jahr. Darüber hinaus fielen Mehrkosten für besondere Baumaßnahmen an den betroffenen Grundstücken sowie durch eine allgemeine Erhöhung der Baupreise von ca. 40.000,- DM an, welche von der Gemeinde übernommen wurden.

Bundestagswahl
Am 2. Dezember wird der erste gesamtdeutsche Bundestag gewählt. Das Wahlergebnis in Zilshausen ist wie folgt:

Wahlberechtigte: 283 abgegebene Stimmen: 244
CDU 175 Stimmen
SPD 24 Stimmen
FDP 17 Stimmen
Grüne 6 Stimmen
CM 3 Stimmen
Die Grauen 6 Stimmen
Republikaner 3 Stimmen
NPD 1 Stimmen
ÖDP 2 Stimmen
PDS 0 Stimmen
Ungültig 7 Stimmen

Adventsbasar
Am 2. Dezember 1990 hat die Frauengemeinschaft Zilshausen zu einem Basar ins Vereinsheim eingeladen. Verkauft werden selbstgefertigte Adventsgestecke, gehäkelte Tischdecken und Deckchen, gedrechselte Kerzenständer und vielerlei Bastelarbeiten. Die Sachen werden von den Frauen kostenlos für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt. Während des Verkaufs gibt es Kaffee und Kuchen. Der Erlös von rund 3.000,- DM wird je zur Hälfte der „Russlandhilfe“ und der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt.