DIE JAHRE 1971 – 1980

DAS JAHR 1970/71

Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann mit 54 Kindern. Acht Neuzugänge waren zu verzeichnen.

Malerarbeiten in der Schule
In den Ferien erhielt der Klassenraum einen neuen Anstrich. Ebenso wurden die Fenster überholt. Beide hatten es auch sehr nötig.

Zweite Lehrperson
Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde ein langjähriger Wunsch der Bevölkerung und des Lehrers erfüllt. Aufgrund der großen Schülerzahl, die eine steigende Tendenz aufweist, wurde die Lehrerin Fräulein Berkel an der hiesigen Schule als zweite Lehrkraft eingestellt. Dieselbe stammt aus Schifferstadt (Pfalz) und studierte in Landau an der Pädagogischen Hochschule. Zilshausen ist ihre erste Stelle. Fräulein Berkel übernahm das 1. bis 3. Schuljahr, Lehrer Scheuren das 4. bis 8. Schuljahr.

Zweiter Klassenraum
Die Einstellung einer zweiten Lehrperson machte die Einrichtung eines zweiten Klassenraumes erforderlich. Derselbe befindet sich in der ersten Etage des Backhauses.

Pausenplatz
Für den zweiten Klassenraum wurde inzwischen auch ein Pausenplatz eingerichtet. Zu dem Zwecke wurde die Wiese unterhalb der Kapelle eingezäunt. Eine entsprechende Bodenbeschichtung soll bald folgen.

Vertretung
Durch den Ausfall einer Lehrerin in Mörsdorf, musste die hiesige Schule Vertretungsuntericht übernehmen. Dieser dauerte etwa vier Wochen. Inzwischen wurde die Stelle aber wieder besetzt.

Zur Schließung der Schule Zilshausen 1974
Die Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse besuchen nun die Grundschule in Lieg, von der fünften bis zur neunten Klasse die Hauptschule in Treis-Karden.
Die Gemeindevertretung stimmte einer solchen Eingliederung der Schüler unter dem Vorbehalt zu:

1. Das Schulamt Cochem bestätigt der Gemeinde Zilshausen, dass die Schulklassen 5 bis 9 auf direktem Wege über Lahr, Lieg nach Treis geholt und zurückgebracht werden.
2. Der Hin- und Rücktransport darf keine unvertretbare Wartezeiten beinhalten.
3. Die Kinder der Grundschule müssen eine dem Alter entsprechende Betreuung, auch während den Pausen erhalten.

IM RAHMEN DER SCHULREFORM WURDE DIE KATHOLISCHE VOLKSSCHULE IN ZILSHAUSEN AM 31. JULI 1974 GESCHLOSSEN!
DAMIT VERLOR DIE GEMEINDE AUCH DEN SCHULCHRONISTEN !

NEUER DORFCHRONIST

Er schreibt:
„Auf Wunsch des Gemeinderates will ich, Alex Kipper, heute, im Januar 1987 versuchen, die Lücke etwas zu schließen und in den folgenden Jahren die Chronik weiterzuführen.“

Bild vergößernAlex Kipper

DAS JAHR 1973

Totengräber
Die bisherige Regelung, dass bei einem Trauerfall in der Gemeinde die 2., 3. und 4. Nachbarn nach jeder Seite für das „Grab-Machen“ (ausheben und zuschütten) verantwortlich sind, wird im Februar aufgehoben. Statt dessen wird die Stelle eines Totengräbers ausgeschrieben. Der billigste Bewerber ist Walter Kneip. Er erhält für 120 DM den Zuschlag.

Ausweisung eines neuen Sportplatzes
Nach den neuen Richtlinien des Fußballverbandes Rheinland ist der bisherige Sportplatz des SV Zilshausen (von Kastellaun am Ortseingang links) zu klein. Auf Antrag des SV Zilshausen wird durch Beschluss des Gemeinderates im Oktober das gemeindeeigene Gelände hinter der Raiffeisenkasse in der erforderlichen Größe auf 99 Jahr an den SV Zilshausen verpachtet.

Listenwahl zum Gemeinderat
Im April findet erstmals in der Gemeinde Zilshausen eine Listenwahl zum Gemeinderat statt, zu der drei freie Listen antreten.

Es werden gewählt:
Birkenheier Stephan, Kochhan Werner, Mies Arthur, Kipper Alex, Klein Leo, Hiester Günter, Pulger Karl-Josef,
Der Gemeinderat bestätigt Stephan Birkenheier in seinem Amt als Bürgermeister und wählt Arthur Mies zum Beigeordneten.

DAS JAHR 1974

Neubau einer Leichenhalle
Auf dem Friedhof in Petershausen wird im Mai mit dem Bau einer Leichenhalle begonnen. Eigentümer des Grundstückes ist und bleibt die Kirchengemeinde. Bauträger sind die beiden Gemeinden Zilshausen und Lahr.

Aufwandsentschädigung und Gebühren
Der Gemeinderat beschließt im Juli folgendes:

1. Der Ortsbürgermeister erhält eine Aufwandsentschädigung von 255 DM. Dies entspricht dem Regelsatz.
2. Die Benutzungsgebühr für den Kühlraum der Gemeinde (im Backes) wird auf 35 Pfennig pro verbrauchter Kilowattstunde erhöht.
3. Die Wiegegebühren für die Benutzung der Gemeinde-Waage betragen:
Großvieh: 1,20 DM, Schweine 0,70 DM.

Schadenfeuer bei Pulger auf dem Petershäuserhof
Die Stallungen des landwirtschaftlichen Anwesens Pulger brennen im September bis auf die Grundmauern nieder. Dank schneller Hilfe durch Feuerwehr und Bevölkerung kann der gesamte Viehbestand in Sicherheit gebracht und ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus verhindert werden.

DAS JAHR 1975

Wasserversorgung
Kraft Gesetz geht die Zuständigkeit für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung im Januar von der Ortsgemeinde an die Verbandsgemeinde Treis-Karden über.

Kindergarten in Treis-Karden
Im November besuchen die Kinder des Vorschuljahres von Zilshausen erstmals den Kindergarten in Treis-Karden.
Auf Drängen der Eltern, die befürchten, beim Nichtbesuch eines Kindergartens wären diese Kinder beim Schuleintritt den anderen Kindern gegenüber stark im Nachteil, beschließt der Gemeinderat schweren Herzens die Eingliederung in den Kindergarten Treis-Karden. Er stellt aber ausdrücklich fest, dass es Ziel der Hunsrückgemeinden bleiben muss einen eigenen Kindergartenbezirk zu bilden, damit es den Kleinkindern in Zukunft erspart bleibt, morgens in aller Frühe solche langen Fahrtstrecken auf sich nehmen zu müssen.

DAS JAHR 1976

Neugliederung der Forstreviere
Aus gesundheitlichen Gründen wird der Revierförster aus Lieg, Herr Christ, der bis dato einen Teil des Gemeindewaldes von Zilshausen betreute, vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Damit verbunden ist eine Neugliederung der Forstreviere, demzufolge Herr Revierförster Wirz aus Mörsdorf für den gesamten Gemeindewald Zilshausen ab Juni zuständig ist.

Solderhöhung
Die Gemeindevertretung beschließt im Juli, die monatliche Vergütung für den Gemeindediener von 65 DM auf 70 DM zu erhöhen.

Straßennamen
Die Ortsstraßen von Zilshausen erhalten im September offizielle Straßennamen. Dabei werden keine Phantasiebezeichnungen eingeführt, sondern zum größtenteil alte vorhandene Bezeichnungen (meist Flurnamen) beibehalten. Die Adresse des Bürgers Schmitz, die vorher lautete: Walter Schmitz, Zilshausen, Haus Nr. 36, hat sich dadurch geändert in Walter Schmitz, Zilshausen, In den Eschengärten 8.

DAS JAHR 1977

Jagdverpachtung
Bei der öffentlichen Verpachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Zilshausen am 15. 1.1977 im Saal des Gasthauses Rudi Ketter gibt Herr Dr. med. Heinz Schwalm aus Duisburg mit 21.500 DM das Höchstangebot ab und erhält damit den Zuschlag. Der Jagdbezirk umfasst eine Fläche von 684 ha (245 ha Wald) einschließlich des Sabershausener Gemarkungsteils „Kreinchen“ von ca. 20 ha. Hierfür wird die anteilige Jagdpacht an die Gemeinde Sabershausen abgeführt. Termin für den Übergang der Jagdrechte ist der 1. April 1977.

Einweihung des neuen Sportplatzes
Im Beisein vieler Ehrengäste und reger Teilnahme der Bevölkerung findet im Juni anlässlich des Sportfestes die Einweihung des neuen Sportplatzes statt. In der Festansprache bedankt sich der 1. Vorsitzende des SV Zilshausen, Alex Kipper, bei den Mitgliedern für die vielen unentgeltlich geleisteten Stunden beim Bau dieser Sportstätte. Diesem Dank schließt sich auch der Ortsbürgermeister Stephan Birkenheier an. Er findet viele Worte des Lobes für die Jugend des Dorfes, die sich hier, ohne der öffentlichen Hand groß auf der Tasche zu liegen, eine Anlage geschaffen hat, auf die sei stolz sein kann.

Neuer Seelsorger
Pater Franz Behrla wird im September zum Seelsorger für die Pfarrei Petershausen (bestehend aus den Ortschaften Zilshausen und Lahr) und für die Pfarrei Mörsdorf bestellt. Er bezieht das vorher gründlich renovierte Pfarrhaus in Petershausen.
Pater Behrla tritt die Nachfolge von Pater Kirsch an, der nach 21-jährigem seelsorgerlichen Wirken in der Pfarrei Petershausen am 2. Juli 1976 verstarb und unter großer Anteilnahme der Zilshausener und Lahrer Bevölkerung in St. Wendel, der Heimat seines Ordens, beerdigt wurde.

DAS JAHR 1978

Renovierung der Ortskapelle
Die Kapelle in Zilshausen wird im Mai von innen renoviert. Folgende Arbeiten werden nach beschränkter Ausschreibung an die Niedrigstanbieter zu den nachfolgend aufgeführten Preisen (incl. 12 % Mehrwertsteuer) vergeben:

1. Holzdecke = 6661,76 DM
2. Holztreppe = 3808,00 DM
3. Maurerarbeiten = 1412,56 DM
4. Malerarbeiten = 11901,12 DM
5. Restaurierung von drei Statuen = 2000,00 DM

Neuer Wehrführer
Ernst Morsch wird im Juni zum neuen Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Zilshausen gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Rudi Ketter an, der die Wehr 25 Jahre führte.

Verkauf der Lehrerwohnung
Die Lehrerwohnung, die seit der Schließung der Schule Zilshausen (31. Juli 1974) leersteht, wird an privat verkauft. Der Kaufpreis beträgt 63.000 DM.

Kapellenfest
Auf dem zwischen Raiffeisenstraße und neuem Sportplatz neu angelegten Festplatz (mit Lava befestigt) wird im September von der Gemeinde ein Kapellenfest ausgerichtet, mit dessen Erlös ein Teil der Renovierungskosten an der Ortskapelle abgedeckt wird. Das Fest findet großen Anklang bei der Bevölkerung.

Ausbau der Hauptstraße
Die Landstraße 108 wird im Herbst im Bereich der Ortsdurchfahrt Zilshausen neu ausgebaut. Es werden beiderseits Bürgersteige angelegt, die mit Verbundpflaster befestigt werden. Die Straßenlampen, die zum größten Teil mit Drahtseilen an den Häusern befestigt waren, werden durch moderne Leuchtmasten ersetzt. Die Ausbaubeiträge für die Anlieger halten sich in Grenzen, da die Kosten für den Ausbau der Straße vom Land Rheinland-Pfalz als Bauträger übernommen werden; sie betragen ca. 1,80 DM pro qm beitragspflichtige Fläche.
Bild vergößernDie Hauptstraße 1942

DAS JAHR 1979

Gemeinderatswahl
Bei der Gemeinderatswahl werden die Herren Birkenheier Stephan, Kochhan Werner, Mies Arthur, Kipper Alex und Hiester Günter in ihrem Amt bestätigt und Wendling Reinhold und Hiester Reiner neu in den Gemeinderat berufen.
Der seit 13 Jahren amtierende Bürgermeister Birkenheier kandidiert aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Gemeindeoberhauptes. Es bedarf dann zweier öffentlicher Sitzungen, bis der Gemeinderat einen Nachfolger findet: Mies Arthur.

DAS JAHR 1980

Ausbau der Kapellenstraße

Im Frühjahr wird die Kapellenstraße mit einer Schwarzdecke ausgebaut. Beiderseits werden Bürgersteige mit Verbundpflaster angelegt. Bei der öffentlichen Ausschreibung gab die Firma Wust und Sohn in Simmern von sieben Anbietern mit 233.500,- DM das niedrigste Angebot ab und erhielt damit den Auftrag.
Die Poststelle in Petershausen wird zum 1.6.1980 mit dem Erreichen der Altersgrenze der Posthalterin Genoveva Schug geschlossen. Die Gemeindevertretung bedauert die Schließung und bittet die Verbandsgemeindeverwaltung Treis-Karden, dass die Poststelle in Zilshausen auch nach evtl. Pensionierung von Frau Hildegard Schug weiter bestehen bleibt.
Blick auf die Kapellenstraße in Richtung Unterdorf