DIE JAHRE 1961 – 1970

DAS JAHR 1960/61

Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann am 26. April; da keine Kinder entlassen wurden und sieben Schüler aufgenommen wurden, setzt sich die Schülerzahl wie folgt zusammen:

Knaben 29
Mädchen 26

insgesamt 55

Feuchtes Jahr
Das Wetter im Frühjahr und Sommer dieses Jahres hatte im Gegensatz zum Vorjahr eine starke Neigung zu Niederschlägen, so dass man von einem verregneten Jahr sprechen kann. Doch war unsere engere Heimat zum Glück von Unwettern verschont, während in vielen Teilen Europas wie Tirol, Italien, Frankreich und England zum Teil furchtbare Überschwemmungen auftraten, die sogar eine große Anzahl von Menschenleben forderten.
Allerdings hatten die Bauern bei der Einbringung der Ernte große Schwierigkeiten, und manchem ist ein Teil seiner Ernte verfault.
Durch die Feuchtigkeit gedieh aber alles prächtig. Gemüse, Heu und Kartoffeln gab es im Überfluss. So erntete zum Beispiel Bauer Mallmann eine Runkelrübe mit einem Umfang von 90 cm!
Auch die Bodenfeuchtigkeit nahm durch die ungewöhnliche Niederschlagstätigkeit wieder zu und erreichte ihr normales Maß, was auch allerhöchste Zeit war, denn der dürre Sommer des Vorjahres hatte nicht nur in unserer engeren Heimat, sondern auch in ganz Mitteleuropa schwerste Sorgen in der Kanalversorgung hervorgerufen.

Orkan
An den beiden Tagen des 3. und 4. Dezember brach über fast ganz West- und Norddeutschland ein aus Südwesten kommender orkanartiger Sturm aus, der nicht nur in denn Wäldern durch Windbrüche schreckliche Verwüstungen anrichtete, sondern auch die Ortschaften heimsuchte. Auch Zilshausen wurde betroffen: Zahlreiche abgedeckte Dächer, zerbrochene Fensterscheiben, verwehte Strohschober, eine bei Ketters Gasthaus eingestürzte Mauer und das Abreißen eines großen Teils des Daches unserer Ortskapelle waren die Bilanz.

Wahlen in der Gemeindevertretung
Am 23. Oktober fand, gekoppelt mit den Wahlen in den Kreis- und Landtag, auch die Wahl für die Gemeindevertretung statt. Da in Zilshausen keine Wahlvorschläge eingereicht wurden, wählte man die Vertreter nach dem Mehrheitssystem, bei dem sieben Herren als gewählt erscheinen, die die meisten Stimmen aus sich vereinigen konnten.
Da einige Herren der neugewählten Gemeindevertretung aus persönlichen Gründen ihr Mandat niederlegten und auch einige an ihre Stelle rückende Nachfolger dieses ablehnten, hatte es Bürgermeister Scheuer schwer, endlich folgende sechs Herren zur konstituierenden Versammlung einzuberufen: Scheuer Bernhard, Wendling Leo, Schug Franz, Birkenheier Stephan, Kävenheim Peter, und Steffens Josef.
Unter Vorsitz des Amtsbürgermeisters Schmidt wurde nun am 29. November von den eben Genannten der neue Bürgermeister gewählt.
Da Bernhard Scheuer auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde nach zwei Wahlgängen Peter Kävenheim zum neuen Oberhaupt unserer Gemeinde. Dem scheidenden Bürgermeister gedachte Amtsbürgermeister Schmidt in ehrenden Worten. Er betonte, dass Herr Scheuer, der 12 Jahre Bürgermeister war, Vorbildliches für seine Gemeinde leistete. Nicht nur, dass die im 2. Weltkrieg zerstörte Ortskapelle während seiner Amtszeit wiederaufgebaut wurde, dass die untere Ortsstraße gepflastert wurde und das die Flurbereinigung durchgeführt wurde, auch die Einrichtung einer Gemeinschafts-Waschanlage, die vollständige Ortskanalisierung und die erst kürzlich durchgeführte Asphaltierung der Ortsseitenwege hat Herr Scheuer mit großer Mühe durchführen lassen.
An die neuen Gemeindevertreter appellierte Amtsbürgermeister Schmidt, sich als vornehmstes Ziel die Regelung der schulischen Verhältnisse zu setzten.

Milder Winter
Der Winter nahm diesmal einen sehr gnädigen Verlauf. Zwar hatten wir weiße Weihnachten, doch eintretendes Tauwetter mit nachfolgender milder Witterung ließen es überhaupt nicht zu, dass die Monate Januar und Februar winterliches Wetter brachten. Da auch der März ständig mild blieb, können wir annehmen, dass der Frühling mit dreiwöchentlichem Vorsprung ins Land zieht.

Schulschluß
Das Schuljahr 1960/61 schloss am 24. März. Es wurden drei Jungen und zwei Mädchen entlassen. Lehrer Kral, der an dieser Schule seit 16. Juni 1952 wirkte, wurde auf eigenen Wunsch an die 3-klassige katholische Volksschule St. Sebastian/Rhein bei Koblenz versetzt.

DAS JAHR 1961/62

Schulangelegenheiten
Am 1. April 1961 wurde der Lehrer Heinz-Jürgen Braun mit der Verwaltung der Schulstelle betraut. Lehrer Braun ist am 30. April 1939 in Euskirchen geboren, er wohnte bisher in Fören bei Trier. Seine Ausbildung erhielt er an der Staatlichen Pädagogischen Hochschule in Trier, wo er am 4. März 1961 die Erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ablegte.
Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden acht Kinder neu aufgenommen, die Schülerzahl beträgt 56 Kinder.
Vom 26. April bis zum Beginn der Pfingstferien am 20. Mai musste Herr Lehrer Goedert aus Lahr wegen Erkrankung des Lehrers die Vertretung an der hiesigen Schule übernehmen. Nach den Pfingstferien (am 29.5.) konnte Lehrer Braun den Unterricht wieder übernehmen.

Volkszählung
Am 6. Juni 1961 wurde in der ganzen Bundesrepublik Deutschland und in einigen anderen europäischen Ländern eine große Volkszählung durchgeführt. Alle zehn Jahre soll diese Volkszählung Aufschluss geben über Einwohnerzahl und sonstige Dinge, wie Anzahl der bewirtschafteten und unbewirtschafteten Gebäude, Anzahl der Verkehrsmittel, Größe der landwirtschaftlichen Betriebe usw. Bei dieser Volkszählung wurde die Einwohnerzahl der Gemeinde Zilshausen mit 376 Personen ermittelt.

Verspätete Heuernte
Das kalte und überaus nasse Wetter des Frühjahres und Frühsommers ließ die Heuernte erst mit etwa 14-tägiger Verspätung beginnen. Nachdem eine kurze Schönwetterperiode von etwa 10 Tagen eingetreten war, konnte die Heuernte reibungslos eingebracht werden. Selbst die alten Bauern erinnern sich nicht, dass es jemals eine solch reichliche Heuernte wie in diesem Jahr gab. Gleich nach der Heuernte setzte wieder schlechtes Wetter ein, welches dem Getreide großen Schaden zufügte. Weite Flächen waren vom Sturm niedergewalzt, so dass das Einbringen der Ernte noch mehr erschwert wurde.

Mäuseplage
In diesem Jahr war wegen des vergangenen milden Winters eine große Mäuseplage festzustellen. Die Mäuse richteten zum Teil sehr große Schäden an. So wurden zum Beispiel in den Herbstferien in der Schule die Diktathefte und zwei Jahrgänge einer Zeitschrift völlig zerfressen. Bei einem in der Schule abgestellten Harmonium wurden so große Schäden festgestellt, dass es nicht mehr gespielt werden konnte. In der Lehrerdienstwohnung wurde an Nahrungsmitteln und am Bettzeug ein Schaden von ca. 150 DM festgestellt.

Fortschreiten der Automation
Man kann feststellen, dass auch auf dem Lande die Automation immer mehr fortschreitet. Waren in unserem kleinen Dorf im Jahre 1960 schon fünf Mähdrescher eingesetzt, so stieg in diesem Jahr die Zahl auf acht. Nur dadurch war es möglich, dass die Getreideernte schnell und reibungslos während der kurzen Schönwetterzeit eingebracht werden konnte. Es gibt kaum mehr einen Bauernhof, auf dem nicht Traktor und Melkmaschine den immer offensichtlicher werdenden Arbeitskräftemangel auszugleichen versuchen. Immer mehr Bauern nehmen im Winter tagsüber irgendwo eine Arbeit an und versorgen dann am Abend ihre Landwirtschaft. So kommt es auch, dass das Auto immer stärker als Verkehrsmittel eingesetzt wird. Inzwischen laufen hier schon 36 Personenkraftwagen, also auf etwa 10 Einwohner ein Auto. Wie man hört soll die Zahl zukünftig noch weiter steigen.

Besorgnis in der Bevölkerung
Seit dem 13. August ist in der Bevölkerung große Besorgnis und Unruhe festzustellen. An diesem Tage hatten die Machthaber der Sowjetzone über Nacht damit begonnen, mitten durch Berlin eine Mauer zu errichten, um den Flüchtlingsstrom aus der Zone einzudämmen. In den letzten Tagen vor dem 13. August verließen täglich 3000 – 4000 Menschen das Land jenseits der Zonengrenze. Die Bestürzung unter der Bevölkerung erreichte dann ihren Höhepunkt, als die Russen eine Atombombe explodieren ließen, die einer Sprengkraft von über 50 Millionen Tonnen TNT-Sprengkraft entsprach. In allen Bevölkerungsschichten wurden diese Ereignisse lebhaft besprochen, und mancher glaubt, dass wir einer sorgenvollen Zukunft entgegengehen.

Bundesjugendfestspiele
Am 14. September fanden in Lieg die diesjährigen Bundesjugendfestspiele gemeinsam mit den Schulen Lieg, Lahr, Lütz, Mörsdorf und Zilshausen statt. Die Schule Zilshausen konnte sieben Siegerurkunden, darunter eine Ehrenurkunde erringen.

Wahlen zum Bundestag
Am 17. September fanden in der Bundesrepublik Deutschland die Wahlen des neuen Bundestages statt. Im Wahlkreis 151 (Zell, Simmern und Cochem) konnte die Wahl erst am ersten Oktober durchgeführt werden, weil ein Kandidat der SPD verstorben war und nicht rechtzeitig ein neuer Kandidat aufgestellt werden konnte.

Folgende Parteien stellten sich der hiesigen Bevölkerung zur Wahl:

1. CDU 5. DFU
2. SPD 6. DG
3. FDP 7. DRP

Jeder Wähler hatte zwei Stimmen. Mit der ersten wählte er den Wahlkreisabgeordneten, mit der Zweitstimme wurden die Kandidaten der Landesliste gewählt, darunter 22 Abgeordnete aus Berlin, die aber kein Stimmrecht besitzen.
In der Ortsgemeinde Zilshausen lautet das Wahlergebnis:

Partei Erststimmen Zweitstimmen
CDU 187 180
SPD 6 6
FDP 8 8
DFU 2 2

Das endgültige Wahlergebnis ergab für die Parteien:

SPD 36,2%
CDU 35,8%
FDP 12,8%
CSU 9,6%

Da CDU und CSU sowieso schon eine Partei bildeten, kam die Regierungspartei auf 242 Sitze. Sie hat, um die absolute Mehrheit zu erlangen, mit der FDP eine Koalitionsregierung gebildet. Dr. Konrad Adenauer wurde zum 4. Male zum Bundeskanzler gewählt. 20 Ministerien wurden eingerichtet, wovon die FDP fünf besetzt hat.

Schülerzahl
Im September stieg die Schülerzahl auf 58 Kinder. Nach den Herbstferien, die vom 19. September bis zum 9. Oktober dauerten, fiel die Zahl der Kinder auf 57.

Herbststürme
Mitte Oktober setzten plötzlich sehr heftige Herbststürme ein, die an den Obstbäumen beträchtliche Schäden hinterließen.

Schulfußball
Im ersten Abschnitt der diesjährigen Schulfußballrunde zur Ermittlung eines Kreismeisters im Schulfußball konnte sich die 7er-Mannschaft der hiesigen Schule mit weitem Abstand als Sieger behaupten.
Folgende Ergebnisse führten zum Sieg:

Lahr Zilshausen 1 : 6
Lieg Zilshausen 0 : 13
Zilshausen Lahr 6 : 1
Zilshausen Lieg 10 : 1

Weihnachtsfeier
Am 17. Dezember 1961 konnte die katholische Volksschule Zilshausen zu einer Advents- und Weihnachtsfeier im Saale Ketter einladen. Unter Leitung von Lehrer Braun hatten die Kinder zwei Theaterstücke und viele neue Lieder und Gedichte einstudiert. Allenthalben lobte man die vorzüglichen Leistungen der Kinder und den würdigen Rahmen, den die Veranstaltung hatte. Nach Abzug aller Unkosten konnten für 112 DM Sportgeräte angeschafft werden.

Spendenaktion
Anfang Februar 1962 wurden 300 Bergleute einer Kohlengrube in Völklingen Opfer eines Grubenunglückes. Spontan sammelten die Kinder der hiesigen Volksschule um mitzuhelfen, die größte Not zu lindern. Am 13.2.1962 konnten 110 DM dem DRK für „Kinderhilfe“ überwiesen werden.

Neue Tafeln
Von der Neuwieder Schulmöbelfabrik wurden am 27. März eine Wandschiebetafel mit Kartenhalter und eine Langwandtafel (2,20 m) zum Preis von zusammen 520 DM geliefert. Die alten Tafeln waren unbrauchbar geworden und genügten nicht mehr den Anforderungen einer einklassigen Schule. Die Mittel für eine Verdunkelung wurden ebenfalls bereitgestellt.

Polio-Impfung
Am 28. März 1962 fand im Schulsaal die Polio-Schluckimpfung statt. Aufgrund der Erkrankung eines Schülers an der gefürchteten Kinderlähmung im vergangenen Jahr ließen sich fast alle Kinder impfen.

Schulentlassungen
Am selben Tag fand in der Schule die Schulentlassfeier für 5 Jungen und ein Mädchen statt. In Anwesenheit der Schulkinder und der Eltern der Schulentlassenen sprach Lehrer Braun zu den Entlassschülern über das Thema „Die Freiheit des Menschen als göttliche Einrichtung“. Ausgewählte Lieder und Gedichte gaben der Feier einen würdigen Rahmen.

Ausflüge
Im vergangenen Schuljahr wurden zwei Schulfahrten veranstaltet. Am Freitag, den 8. September 1961, fuhren die Kinder des 4. bis 8. Schuljahres mit dem Omnibus nach Trier. Der ganze Tag war ausgefüllt mit der Besichtigung antiker Bauten Triers.
Am Donnerstag, den 22. März 1962, führte die Fahrt mit den Schulentlassschülern morgens zu einer Wallfahrt nach Klausen. Am Nachmittag wurden die Klöckner-Eisenwerke in Quint bei Trier besichtigt. Kinder und Lehrer waren von dieser Fahrt sehr beeindruckt.

Versetzung von Lehrer Braun
Mit Wirkung vom 4. April 1962 wurde der Lehrer Heinz-Jürgen Braun, der nur ein Jahr hier wirkte, aus zwingenden persönlichen Gründen (Krankheit) auf Antrag des Schulamtes an die dreiklassigen Volksschule nach Bruttig, Kreis Cochem versetzt.

Neuer Lehrer
Ab 1. April 1962 wurde der Lehrer Günter Piroth mit der Schulstelle in Zilshausen betraut. Er wurde geboren am 23. April 1940 in Vallendar bei Koblenz am Rhein. Er besuchte die Pädagogische Hochschule in Koblenz von 1960 bis 1962. Die Stelle in Zilshausen ist die erste Lehrstelle, die er antritt.

Schülerzahl
Zum Schulbeginn am 2. April wurden vier Schüler aufgenommen. Die gesamte Schülerzahl beträgt nun 53 Kinder.

Langes kaltes Frühjahr
Der Frühling kam in diesem Jahr verspätet. Das Wetter war kalt und trocken. Viele Blüten sind erfroren. Man rechnet mit einem dürren Sommer.

Schlechte Getreide – gute Kartoffelernte
Wie nach dem kalten und trockenen Sommer nicht anders zu erwarten war, fiel die Getreideernte recht dürftig aus. Zeitweise musste die Wasserversorgung im Ort unterbrochen werden, da zu wenig Wasservorräte vorhanden waren. Die Kartoffeln fielen jedoch sehr dick aus. Das war möglich, weil im Spätsommer doch noch etwas Regen fiel. In weiter nördlich gelegenen Gebieten Deutschlands beklagte man sich dagegen über einen verregneten Sommer.

Ein neuer Lehrer
Am 31. 7. 1963 quittierte Lehrer G. Piroth seinen Dienst an der hiesigen Volksschule. An seine Stelle trat ab 1.8.1963 der Lehrer Peter Kraykamp, geb. 19.10.1935 in Weißwasser. Er legte seine erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen an der Pädagogischen Hochschule in Koblenz ab, wo er von 1961 – 1963 studierte. Es ist seine erste Stelle. Zu Beginn seiner Tätigkeit betrug die Schülerzahl 52.

Ernte
Der Herbst brachte im Verhältnis zu anderen Jahren eine gute Getreideernte. Dagegen war der Ertrag an Kartoffeln gering.

DAS JAHR 1964

Schulangelegenheiten
Zu Beginn des Jahres wurde auf Anregung des Lehrers Kraykamp über die Zusammenführung des Schulen Zilshausen und Lahr diskutiert. Lehrer Goedert aus Lahr, dessen Schülerzahl nur 20 betrug, zeigte für diesen Vorschlag wenig Interesse. Auch seitens des Paters wurde in Erwägung gezogen, die Schule nach Petershausen zu verlegen.
Selbst eine Elternversammlung brachte keine positiven Ergebnisse. Als Hauptgrund dieser Absage galt der zu weite und viel zu gefährliche Fußweg.

Altentag
Zu ehren der ältesten Einwohner Zilshausens (ab 70. Lebensjahr) wurde am 19.3.1964 im Gasthaus Brodam ein Altentag durchgeführt. Aus dessen Anlass waren auch Herr Pater Kirsch, der Amtsbürgermeister Schmidt und Bürgermeister Kävenheim zugegen. Herr Lehrer Kraykamp übernahm die festliche Umrahmung. Schüler sagten Gedichte auf und sangen Lieder.

Neuwahl des Bürgermeisters
Am 12.11.1964 fand die Neuwahl des Bürgermeisters statt. Mit vier Stimmen bei drei Gegenstimmen wurde Herr Josef Scheurer zum neuen Bürgermeister gewählt.

Wohnhausbrand
Am 4.12.1964 brach im Wohnhaus der Witwe Pies ein Feuer aus. Als Lehrer um 12 Uhr 50 die Schule verließ, sah er aus dem gegenüberliegenden Haus schwarze Qualmwolken aufsteigen. Er lief sofort hinüber, um die Hausbewohner zu alarmieren. Mittlerweile wurden alle Dorfbewohner aufmerksam und eilten zur Brandstelle. Alle Gegenstände wurde gerettet. Auch das Vieh konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die zur Hilfe eilenden Feuerwehren konnten nicht verhindern, dass das Haus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Die Familien Pies und Hoffmann fanden Unterkunft in der oberen Etage des Backhauses.

In der Tageszeitung vom 4.12.1964 hieß es:
„Großes Schadenfeuer in Zilshausen – Gesamtschaden wird auf 80.000 Mark geschätzt – Vieh gerettet – Brandursache war ein Kurzschluss in der Starkstromleitung im Dachgeschoß – die Vernichtung der baulichen Anlagen auf Wassermangel für die Feuerwehr zurückzuführen …“

DAS JAHR 1965

Schulangelegenheiten
Im Februar und März wurde auf Ersuchen des Lehrers ein kleiner Umbau des Schulwohnhauses vorgenommen. Das Wohnzimmer wurde vergrößert und die Küche auf die Straßenseite verlegt.

Altentag
Am 19.3. fand im Gasthaus Ketter der diesjährige Altentag statt. Herr Lehrer Kraykamp verschönerte diesen Tag durch kulturelle Umrahmung. Ein kleines Spiel der Kinder sowie Lieder des Kirchenchores sorgten für die Unterhaltung. Wie im Vorjahr waren Herr Pater Kirsch und die Herren Bürgermeister anwesend.

Ausflug
Mit den Schuljahren 6 – 8 wurde am 26.6.65 ein Klassenausflug per Bus nach Frankfurt gestartet. Als Hauptziel galt der Frankfurter Zoo und der Flughafen. Schüler und Lehrer waren von dieser Fahrt sehr beeindruckt.

Firmung
Am 30. Juni 1965 durften die Einwohner von Lieg, Lahr und Zilshausen das Fest der Heiligen Firmung begehen. Weihbischof Dr. Stein firmte 83 Kinder in der Kirche zu Petershausen.

DAS JAHR 1966

Schulangelegenheiten
Endlich konnten einige alte Schulbänke durch neue ersetzt werden. Von der Schulmöbelfabrik wurden für das 1. bis 4. Schuljahr 15 Tische und 30 Stühle gekauft. Der Klassenraum sieht nun wesentlich freundlicher aus.

Von Maul- und Klauenseuche nicht verschont.
Am 12. 3. wurde diese Seuche in der Siedlung Etges festgestellt. Alle Tiere (sogar Katzen) mussten notgeschlachtet werden. Über die Mitglieder der Familie wurde ein 14- tägige Quarantäne verhängt. Zilshausen und Lahr wurden zum Sperrgebiet erklärt. Aus diesem Gebiet darf Klauenvieh nur nach vorheriger Untersuchung durch den Tierarzt und mit Erlaubnis der Ortspolizeibehörde zur Schlachtung zugeführt werden.
Auch Zilshausen blieb von der Maul- und Klauenseuche nicht verschont. Nutz- und Zuchtvieh darf in das Sperrgebiet nicht eingeführt werden. Die Klauenviehbestände im Sperrgebiet sind schutzgeimpft worden.

Unfall
Am 17.3. erlitt Frau Mathilde Corneli auf der Fahrt nach Grenderich einen schweren Unfall. Sie trug Verletzungen an der Wirbelsäule davon, so dass eine sofortige gänzliche Lähmung eintrat. Sie wurde nach Bonn in die Universitätsklinik eingeliefert.

Stürmisches Wetter
In der Nacht vom 28. zum 29. März zeigte sich ein orkanartiger Sturm, der Bäume umknickte und den Schiefer von den Dächern riss. Sogar der Schuppen der Sargfabrik fiel in sich zusammen.

Großbrand in der Sargfabrik
Der zeitige Sommer brachte viele und schwere Gewitter. Es verging kaum ein Tag ohne Blitz und Donner. Auch am 17. Juni bezog sich der Himmel mit schwarzen Wolken, und ein schweres Gewitter entlud sich über Zilshausen. Gegen 15 Uhr wurden die Einwohner durch einen ohrenbetäubenden Knall aufgeschreckt. Alsbald schlugen dicke Qualmwolken aus der Sargfabrik hervor. Der Blitz hatte in die Lackiererei eingeschlagen, so dass die Flammen sofort Nahrung fanden. Es wurden 10 Feuerwehren gezählt, die aus den Nachbarorten herbegeeilt waren. Wegen des Wassermangels brachte man das Feuer erst am späten Nachmittag unter Kontrolle (Schaden ca. 500.000 DM).

Aussiedlerhof
Zilshausen hat einen zweiten Aussiedlerhof erhalten. Die brandgeschädigten Familien Pies/ Hoffmann konnten am 20. Dezember, also nach zwei Jahren, in den Neubau einziehen.

Nächtlicher Einbruch in die Raiffeisenkasse
In der Nacht vom 18. zum 19. Oktober wurde in die neuerbaute Raiffeisenkase eingebrochen. Die Täter drangen durch den Keller ein und schweißten den Tresor auf. Cirka 12.000 DM wurden entwendet. Von den Tätern fehlt jegliche Spur.

DAS JAHR 1967

Schulangelegenheiten
Seit der Einführung des 9. Schuljahres gehen die Schülerinnen und Schüler in die Katholische Volksschule in Treis. Obwohl sich viele Eltern bei einer zuvor abgehaltenen Versammlung gegen diese Maßnahme ausgesprochen haben, ist bis jetzt noch keine Klage an den Lehrer herangetragen worden. Die Eltern scheinen jetzt mit dieser Maßnahme einverstanden zu sein.

Am 21.2.67 meldete sich hoher Besuch in der Schule an:
Die Herren Oberregierungsschulrat Karduck aus Koblenz, Schulrat Werle aus Cochem, Hauptlehrer Hoffmann aus Hambuch und ein Hauptlehrer aus Landkern. Der derzeitige Lehrer Peter Kraykamp legte vor diesem Prüfungsausschuss seine 2. Lehrerprüfung mit Erfolg ab.

Wahl eines neuen Bürgermeisters
Mit dem 1.1.1967 legte Herr Josef Scheurer sein Amt als Bürgermeister aus beruflichen Gründen nieder. Dies hatte eine Bürgermeisterneuwahl zur Folge.
Am 25. Januar wurde der bisherige 1. Beigeordnete Stephan Birkenheier mit vier Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Die restlichen drei Stimmen entfielen auf Peter Kävenheim. Erster Beigeordneter ist jetzt Franz Schug.

Wintergewitter
Am 19.2.67 herrschte ein für diese Jahreszeit ungewöhnlicher Sturm, der am folgenden Tage sogar ein Gewitter brachte. Dabei wurden zwei der alten Pappeln, die am Weiher standen, umgeworfen.

Kein Wasser!
Die Wasserversorgung der Gemeinde ist nicht mehr gewährleistet. Deshalb werden neue Steigrohre vom Pumpenhäuschen zum Wasserbehälter verlegt. Gleichzeitig wurden eine neue Druckpumpe und eine neue Steuerung bestellt.

DAS JAHR 1968

Schulangelegenheiten
Mit Wirkung vom 1. April wurde der Lehrer Peter Kraykamp, der hier in Zilshausen 4 1/2 Jahre wirkte, nach Mayen an die dortige St. Clemens-Schule versetzt.
Mit Wirkung vom 1.4.68 wurde Lehrer Berthold Scheuren als alleinstehender Lehrer an die Schule in Zilshausen berufen. Er wurde am 10.8.1942 in Lütz geboren und war zuletzt auch dort wohnhaft. Die erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen legte er an der Pädagogischen Hochschule in Trier ab, wo er von 1965 – 1968 studierte. Bei Übernahme der Klasse betrug die Schülerzahl 56.
Das Schuljahr schloss am 16. Juli. Aus dem 8. Schuljahr wurden acht Kinder zur Volksschule nach Treis entlassen. In einer schlichten Feier wurden die Kinder aus der hiesigen Schule verabschiedet.
Noch vor den Sommerferien stattete Herr Schulrat Werle der hiesigen Schule einen Antrittsbesuch ab, um sich davon zu überzeugen, wie weit der neue Lehrer sich in seiner Umgebung eingelebt hat.

Schon wieder ein Brand
In der Nacht vom 27. zum 28. Januar wurde die Gemeinde Zilshausen von einem erneuten Brand heimgesucht. Das Haus sowie die Stallung des Landwirtes Engelbert Corneli brannten bis auf die Grundmauern nieder.
Gegen Mitternacht entdeckten Mitbürger, dass es im Speicher lichterloh brannte. Die Familienangehörigen schliefen noch und mussten erst geweckt werden. Obwohl die Feuerwehr sofort zur Stelle war, konnte nur das Vieh und ein Teil des Mobilars gerettet werden.
Da das Nachbarhaus der Familie Stephan Birkenheier zu dieser Zeit frei war, konnte die Familie Corneli in dieses Haus vorübergehend einziehen. Mit dem Wiederaufbau wurde sofort begonnen.

Wetter
Von Mitte März bis Ende April herrschte außergewöhnlich heißes Wetter. Dann folgte eine längere Regenperiode. Im Verlauf des Sommers blieb das Wetter wechselhaft. Heu- und Getreideernte brachten durchschnittliche Ergebnisse.

Bundesjugendspiele
Am 6. Juni fanden die diesjährigen Jugendfestspiele hier statt. Daran beteiligten sich die Schulen aus Lütz, Lieg und Mörsdorf. Die Schule Zilshausen errang 12 Siegerurkunden.

Bürgermeisterwahl
Am 23. Juni fand die Bürgermeisterwahl statt. Der bisherige Bürgermeister wurde in seinem Amt bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wurde wiederum Franz Schug gewählt.

DAS JAHR 1968/69

Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann am 26. August. Acht Kinder wurden ins erste Schuljahr aufgenommen. Somit betrug die neue Schülerzahl 53 Kinder.
Auf Wunsch des Lehrers wurde der Schulgarten, der mehrere Jahre nicht bewirtschaftet worden war, wieder in Betrieb genommen. Das Gelände wurde teilweise mit einem neuen Zaun umgeben und umgepflügt. Im darauffolgenden Frühjahr legte der Lehrer den Garten neu an.
Wie schon im letzten Jahr, fanden auch in diesem Jahr die Bundesjugendfestspiele wieder in Zilshausen statt. Am 4. Juli trafen sich die Schulen aus Lütz, Lieg und Mörsdorf, um mit Zilshausen zusammen die Spiele durchzuführen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Veranstaltung ein großer Erfolg. Den Schülern der hiesigen Schule fielen 16 Sieger- und eine Ehrenurkunde zu.
Im Februar hatte sich Herr Schulrat Werle zu einem Schulbesuch angesagt. Er wohnte dem Unterricht zwei Stunden bei und lobte anschließend das gute Arbeitsklima und die rege Mitarbeit der Kinder.
Kurz vor Schuljahresende wurde ein Schulausflug nach Trier unternommen. Die alten römischen Bauten und Ruinen wurden eingehend besichtigt. Die Schüler waren sehr beeindruckt.
Das Schuljahr schloss am 15.7.. Fünf Kinder wurden aus der Schule entlassen, davon vier zur Volksschule Treis. Die Sommerferien dauerten bis zum 27. August.

Wetter
Die Monate September und Oktober brachten herrliches, trockenes Herbstwetter. Der Herbst schenkte reiche Ernten, und die Wintersaat wurde gut in den Boden gebracht. Nach heftigen Spätherbststürmen kehrte Mitte November zum ersten Mal der Winter ein. Mit geringen Frösten, aber ungewöhnlich ergiebigen Schneefällen sollte er sich bis Mitte März hinziehen. Das Frühjahrs- und Sommerwetter konnte für unsere Breiten als normal angesehen werden.

Neuerung in der Kirche
Turm und Wetterseite unserer Pfarrkirche wurden einer gründlichen Renovierung unterzogen, da der Zahn der Zeit beide stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Der Einbau eines elektrischen Geläutes und einer Ölheizung folgten. Letzteres wurde von allen Bewohnern besonders begrüßt. Schließlich erfolgt noch der Umbau des Chorraumes und damit die Anpassung an die neue Liturgie.

Grippewelle
Durch das nasskalte Winterwetter traten in zunehmenden Maße Grippeerkrankungen auf. Fast alle Schüler und ein Großteil der Erwachsenen wurden von einer Grippewelle erfasst. Teilweise fehlten über 50 % aller Kinder, so dass ein geregelter Unterricht etwa drei Wochen lang nicht möglich war.

Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung
Schon seit Jahren treten in der Wasserversorgung der Zelser Gemeinde immer wieder Schwierigkeiten auf. Deshalb hat sich der Gemeinderat entschlossen, die Hauptleitungen bis zur Ortsmitte zu erneuern. Die Arbeiten wurden Anfang Juni 1969 in Angriff genommen.

Tragischer Unfall
Am 19. Juni 1969 entlud ein Lastwagen auf der Höhe des Sportplatzes Leitungsrohre. Als der Wagen während des Entladungsvorganges zurücksetzte, geriet Herr Alois Pies aus Zilshausen unter den Wagen und wurde auf der Stelle getötet. Obwohl mehrere Leute in der Nähe des Unfallortes waren, hatte niemand bemerkt, wann und wie der Mann hinter den Wagen gelangte. Somit blieb der Hergang des Unfalls ungeklärt.

Wahl zum Kreistag und zur Verbandsgemeinde
Am 8. Juli 1969 fanden die Wahlen zum Kreistag und zur Verbandsgemeinde statt. Unter reger Beteiligung der Bevölkerung verlief die Wahl ohne Zwischenfälle.
Die CDU konnte mit 165 bzw. 164 Stimmen jeweils eine große Mehrheit erringen. Auf die SPD entfielen 35 bzw. 27 Stimmen, die FDP errang zum Kreistag 15 Stimmen.

Wallfahrt
Am 2. Juli fand die alljährliche Wallfahrt nach Bornhofen statt. Die Gemeindebewohner beteiligten sich sehr rege. Die Schüler, die an der Wallfahrt teilnahmen, waren vom Schulbesuch beurlaubt.

DAS JAHR 1969/70

Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann am 28. August. Durch die sieben Neuzugänge blieb die Schülerzahl mit 53 Kindern konstant.

Schulbesuch durch Herrn Schulrat Werle
Im Oktober besuchte der Herr Schulrat die hiesige Schule. Er wohnte dem Unterricht zwei Stunden bei und zeigte sich zufrieden über den gewonnenen Gesamteindruck.

Renovierung der Schule
Das Wohnhaus, das äußerlich sich in einem erbärmlichen Zustand befand, wurde mit einem neuen Verputz versehen, so dass die schulischen Äußerlichkeiten sich nun in einem erfreulichen Zustand präsentieren.

Bundesjugendspiele
Inzwischen ist es so üblich geworden, die Bundesjugendspiele in Zilshausen abzuhalten. So kamen auch in diesem Jahr die Schüler aus Lütz, Lieg und Mörsdorf hierhin. Die Schule Zilshausen errang 18 Siegerurkunden.

Schuljahresabschluß
Das diesjährige Schuljahr endete am 15.7. Vier Jungen wurden aus dem 8. Schuljahr nach Treis entlassen. In einer kurzen Feier wurden sie aus der hiesigen Schule verabschiedet. Die Sommerferien dauerten bis zum 25. August.

Wetter
Im Gegensatz zum Vorjahr war der Herbst ziemlich nass. Der Winter tat es seinem Vorgänger gleich. Es gab eine Menge Schnee, aber wenig winterliche Kälte. Frühjahr und Sommer gestalteten sich recht wechselhaft. Die Feldfrüchte standen gut, das Einbringen der Ernte ging zügig voran, obwohl das Wetter dabei manchen Streich spielte.

Bundestagswahl
Am 28. September diente der Schulsaal der Bevölkerung als Wahllokal. Die Wahl verlief unter reger Beteiligung. Die CDU erhielt 184, die SPD 31, die FDP 7 und die NPD 11 Stimmen von 235 abgegebenen Stimmen. Wahlberechtigt waren 264 Bürger.

Feuer
Am 28. November schrillten die Feuersirenen durch den Ort. Im Nachbarort Lahr brannten Scheune und Stallungen des Anwesens Müller. Heftige Herbststürme erschwerten die Löscharbeiten beträchtlich. Dank des Einsatzes mehreren Feuerwehren blieb das Wohnhaus verschont.

Wallfahrt
Auch in diesem Jahr wurde am 2. Juli die Wallfahrt nach Bornhofen traditionsgemäß durchgeführt. Die teilnehmenden Kinder waren vom Schulbesuch für diesen Tag beurlaubt.

Firmung
Im feierlichen Rahmen wurden in der Pfarrkirche zu Lieg, die Kinder aus Lütz, Lieg und Zilshausen gefirmt. Den Lehrpersonen wurden Gelegenheit gegeben, sich mit dem Herrn Weihbischof in einem Gespräch über die Stellung des Religionsunterrichts in der Schule zu unterhalten.