NACHTRAG
Auszüge aus dem Verwaltungsbericht der Amtsverwaltung Treis für die Jahre 1947 – 1959
1. W a l d b e s i t z
Für viele Gemeinden des Amtsbezirks bedeutet der Waldbesitz ein ansehnliches Vermögen und bei normalen Holzpreisen auch eine gute Einnahmequelle.
Nicht immer wurde der Wald von den Gemeinden pfleglich behandelt. Wir müssen mit Bedauern feststellen, dass seit 1933 im Wald Raubbau und seit 1933 mit ihm Schindluder getrieben wurde.
Nach dem Kriege nahmen die Holzeinschläge für die Besatzung furchtbare Formen an. Besonders hart getroffen waren die Gemeinden Lieg, Lütz, Mörsdorf, Treis und Zilshausen.
Allein in den Forstwirtschaftsjahren 1947 und 1948 wurden in diesen Gemeinden für die Besatzung folgende Holzmengen geschlagen:
| Lieg | 300,35 fm Nadelholz | 1654 fm Laubholz | |
| Lütz | 1126 fm Laubholz | ||
| Mörsdorf | 1319,21 fm Nadelholz | 4478 fm Laubholz | |
| Treis | 8535 fm Laubholz | ||
| Zilshausen | 593,06 fm Nadelholz | 1330 fm Laubholz |
Besonders fremdländiche Holzfällerkommandos waren in den Waldungen mit dem Holzfällen beschäftigt. Sie mussten zeitweise in Mörsdorf, Lahr, Lieg und Treis einquartiert werden.
Diese Holzfällungen für die Besatzung wurden erst im Jahr 1949 beendet.
Neben dem Nutzholz mussten auch große Mengen Brennholz für französische Holzlager in Urmitz und Koblenz geliefert werden.
Außerdem musste von den waldreichen Gemeinden Brennholz an waldarme Gemeinden geliefert werden, weil mineralische Brennstoffe nicht zu haben waren. In dem Wald verschiedener Gemeinden schlugen einige Gemeinden vom Maifeld viele hundert Festmeter Brennholz.
Neben der großen Ausbeutung des Waldes seit 1933 richtete der Borkenkäfer durch übermäßiges Auftreten in den Jahren 1946/49 großen Schaden an. Weitere Schäden entstanden dadurch, dass der Holzeinschlag in den Jahren nach dem Krieg durch Selbstwerbung erfolgte. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass durch das Schlagen des Holzes von fachunkundigen Menschen Schaden entsteht. Die Gemeinden ließen sich nicht entmutigen und gingen nach der Währungsreform tatkräftig in die Aufforstung.
So ergeben sich für die Gemeinde Zilshausen folgende Zahlen:
| Waldbesitz: | Hochwald | 204 ha | |
| Niederwald | 24 ha | ||
| insgesamt | 228 ha | ||
| Aufforstung seit 1947: | 35,50 ha | ||
Holz war, wie alle Rohstoffe, zwangsbewirtschaftet. Es wurde den Holzhändlern und holzverarbeitenden Betrieben zugeteilt und zwar zu einem Preis, der zum wirklichen Wert des Holzes in einem offenbaren Missverhältnis stand.
Bei der Währungsreform hatten viele ihre Holzlager mit Vorräten gespickt; die Wälder waren ausverkauft. Die Währungsreform sah jeder einsichtige Mensch kommen. Und deshalb waren die meisten Kaufleute verständlicherweise darauf bedacht, für ihr schlechten Geld noch möglichst viel Ware zu erhalten. Auf der anderen Seite versuchten natürlich auch viele Gemeinden den Abschluss der Holzkaufverträge möglichst lange hinauszuschieben.
Das ist nicht überall gelungen. Wir wollen aber nicht annehmen, dass sich alle Holzfirmen hinter die Militärregierung gesteckt haben, um die Gemeinden zu veranlassen, die Kaufverträge zu unterschreiben. Wir können mit einigermaßen Genugtuung feststellen, dass im Amtsbezirk Treis noch verschiedene Gemeinden Holz, das schon vor der Währungsreform gefällt, aber noch nicht ordnungsgemäß verkauft war, in DM bezahlt bekamen. So erhielten für Nutzholz zum Beispiel die
| Gemeinden: | Mörsdorf | DM | 7.000 | |
| Zilshausen | DM | 31.500 | ||
| Lieg | DM | 15.000 | ||
| Treis | DM | 127.000 | ||
2. S c h u l w e s e n
Namen der Lehrer seit dem 2. Weltkrieg
| Zilshausen | Werner Josef | 1942 bis 01.10.51 | |
| Mies Hubert | 1951 bis 21.06.52 | ||
| Kral Herbert | seit 22.06.1952 | ||
| Zahl der Schulkinder | 1949: 37 | 1954: 46 | |
| 1950: 40 | 1955: 48 | ||
| 1951: 40 | 1956: 47 | ||
| 1952: 39 | 1957: 50 | ||
| 1953: 54 | 1958: 51 | ||
3. W a s s e r v e r s o r g u n g
Die Gemeinde Zilshausen hatte eine im Jahre 1927 erstellte Wassserversorgungsanlage. Aus sehr wasserreichen ‘Talquellen entnahm die Gemeinde ihr Wasser und führte es über eine hydraulische Pumpe dem Hochbehälter zu.
Die Quellenzuleitung, die bereits in der Zeit des passiven Widerstandes gebaut wurde, bedurfte einer Erneuerung. Diese wurde in Jahre 1927 durchgeführt. Das hydraulische Pumpwerk (Lampach-Pumpe) verbrauchte jedoch so viel Wasser zum Antrieb, dass in den Sommermonaten die Versorgung von Zilshausen keineswegs genügte.
Das hydraulische Pumpwerk wurde stillgelegt und an günstiger Stelle ein Elektropumpwerk gebaut und mit einer Entkeimungsanlage zusätzlich ausgerüstet.
Die Umstellung brachte den gewünschten Erfolg” so dass es noch möglich wurde, die Gemeinde Lahr zusätzlich an die Versorgungsanlage Zilshausen anzuschließen.
4. B e s o n d e r e M a ß na h m e n : Z i l s h a u s e n
| 1949: | Neubau des Gemeindehauses mit Wohnung u. Brausebäder, Backhaus, Brausebad, Feuerwehrgeräteraum, Gemeindesaal, eine Wohnung. Das frühere Gemeindehaus wurde 1945 durch die Kriegseinwirkung zerstört. |
| 1950: | Fertigstellung des Gemeindehauses |
| 1950: | Neufassung der Quellfassung am Pumpwerk Wegeunterhaltung |
| 1951: | Straßeninstandsetzung Aufforstung von Kahlflächen |
| 1954: | Straßenbau Instandsetzung der Kapelle |
| 1955: | Straßenpflasterung im Unterdorf |
| 1956: | Straßenbau in Petershausen |
| 1957: | Zuschuss an die Kirchengemeinde für Instandsetzung der Kirche Kanalisierung mit Kläranlage Flurbereinigung (Pläne wurden zugeteilt) |
5. Z u r P f a r r – V i k a r i e P e t e r s h a u s e n
| Pfarrer: | Alois Schmitt | von 1941 – 1951 |
| Pfarr-Verw.: | Alois Hesser | von 1951 – 1955 |
| Pfarrer: | Michael Kirsch | seit 1955 |
| 1953 Juli | Einweihung 2 neuer Glocken als Ersatz für die im Kriege beschlagnahmten Glocken |
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| 1956 Februar | 50-jähriges Priesterjubiläum des China-Missionars und ehemaligen Pfarr-Verw. P.A. Hesser aus Lahr |
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| 1957 Mai-Juli | Reparatur und Malen der reparaturbedürftigen Kirche St. Marie- Magdalena in Petershausen |
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| 1957 März | Der unter Denkmal-Schutz stehende Turm der alten Kirche (erbaut 1740) wurde, weil er baufällig war, gesprengt. (Er war bereits seit 1948 ein Schutthaufen) |
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| 1957 September | Übergang der uralten Dreifaltigkeits-Kapelle, die in Privatbesitz gewesen, in den Besitz der Pfarr-Vikarie Petershausen, infolge Flurbereinigung. (Die Kapelle ist am Ausgang des Petershäuser Hofes nach Lahr gelegen.) |
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6. R a i f f e i s e n k a s s e
| Sie wurde gründet: | 1905 | |
| Zur Raiffeisenkasse gehören die Gemeinden Zilshausen und Lahr | ||
| Mitgliederzahl am 1. Januar 1959: | 61 | |
| Vorsitz des Aufsichtsrates: | Peter Liesenfeld | von 1935 bis 1938 |
| Jakob Escher | seit 1938 | |
| Rendant: | Eduard Ketter | seit 1.1.1939 |
- Ende Anhang Verwaltungsbericht Amt Treis 1947 – 1958 -